• Gina Penz

Organspende



2019 haben 9004 Menschen auf ein Organ gewartet. 932 Personen haben gespendet. Seit Jahren versuche ich durch verschiedene Aktionen über die Organspende aufzuklären. Viele Menschen haben mir daraufhin geantwortet, dass sie das Thema zwar wichtig fänden, sie sich damit aber nicht beschäftigen wollten, weil es den eigenen Tod näher bringen würde. Leider somit auch den Tod von vielen tausend anderen....


Jeder Mensch soll die Freiheit haben, sich zu entscheiden ob und was er spenden möchte. Das gehört auch zu dem Verantwortungsgefühl gegenüber den Angehörigen, die im Falle des Falles (und ohne Ausweis) darüber entscheiden müssten. Mit der Möglichkeit aktiv einer Spende zu widersprechen, schränke ich keine Freiheit ein. Ich gebe neue Freiheiten an die Empfänger*innen, welche dadurch die Möglichkeit erhalten, ihr Leben wieder aktiv zu leben.

Mit dieser so genannten Widerspruchslösung wäre auch der Personenkreis versorgt, der sich wünscht, dass diese Entscheidung von jemandem abgenommen werden würde. Nur, dass es nicht die trauernden Angehörigen wären, sondern die Regierung. Diejenigen, die nicht spenden möchten, haben trotzdem ohne große Hürden die Möglichkeit, der Organentnahme komplett oder teilweise zu widersprechen.

Leider hat der Bundestag dieser Regelung nicht zugestimmt. In einer offenen Debatte, ohne Fraktionszwang (was ich auf Grund des Themas und der damit verbundenen Emotionalität überaus positiv finde!), wurde die "Erweiterte Zustimmungsregelung" beschlossen. Hier sind nun Behörden angehalten, Informationsmaterial bereitzustellen und Hausärzt*innen dürfen ihre Patient*innen alle zwei Jahre ergebnisoffen beraten. Zusätzlich soll ein Online Register eingerichtet werden. Dies ist zwar schon ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings nur ein kleiner, meines Erachtens zu kleiner. Ich erwarte von meinen Ärzten auch jetzt schon neutral aufgeklärt zu werden. Und zwar wann es mir wichtig ist. Das kann auch im Entscheidungsprozess zweimal direkt hintereinander sein, wenn ich gerade mitten im Entscheidungsprozess stecke, ob ich nun spenden möchte oder nicht. Nicht alle zwei Jahre. Und wenn ich mich dann entschieden habe, gehe ich auch davon aus, dass sich dies nicht so schnell wieder ändert.


Ich habe einen Organspendeausweis. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass so viele Menschen wie möglich einen für sich ausstellen. Unabhängig davon, ob sie der Entnahme vollumfänglich, teilweise oder auch gar nicht zustimmen. Das ist jedem selbst überlassen.






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