• Gina Penz

Weil die Periode kein Luxus ist - Über die Luxussteuer und Genderpricing

„I have no idea why states would tax tampons as luxury items... I suspect it’s because men were making the laws.” - Barack Obama


Gestern, also am 07. November 2019, hat der Bundestag die Senkung der Besteuerung auf Damenhygieneprodukte beschlossen.

Hierfür haben sich viele Frauen seit Monaten stark gemacht. Wir haben Petitionen erstellt und geteilt, haben in vielen Mitmachaktionen dargestellt, was die so genannte "Luxussteuer" alles beinhaltet und was nicht- Während es vollkommen sinnig ist, dass Bücher mit 7% besteuert werden, fällt es mir persönlich aber ausgesprochen schwer, dass Kaviar und Trüffel auch zum Grundbedarf zählen, Tampons und Binden aber Luxus sind.

Eine Aktion war das "Tampon Book" von der Female Company. Die beiden Unternehmerinnen verkaufen Damenhygieneprodukte und haben die Steuer einfach umgangen, indem sie ihre Tampons in einem Buch verpackt und so nicht nur auf die Besteuerung hingewiesen, sondern auch inhaltlich darüber aufgeklärt haben.


Die Periode kommt einfach, man kann sie sich nicht aussuchen. Selbst das EU- Parlament hat die Länder schon angehalten, die Steuer zu senken. Jetzt könnte man meinen: "Ach, wenn das das einzige Problem der Frauen (oder Menstruierenden) in Deutschland ist, geht es uns doch gut." Aber der Rattenschwanz ist halt länger.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat einen Forschungsbericht veröffentlicht, in welchem sie geschaut haben, ob gleiche Produkte oder Angebote für Frauen und Männer zu gleichen Preisen verkauft werden. Und tatsächlich- das werden sie nicht! Dieses so genannte Gender Pricing findet sich in nahezu allen Kategorien, in welchen die gleiche Sache für Männer und Frauen unterschiedliche verkauft werden. Dies startet bei unverhältnismäßig unterschiedlichen Preisen beim Friseur, geht über Hemden in der Wäscherei, Kinderbekleidung, Rasierprodukte über weitere Dienstleistungen und Gegenstände. Frauen zahlen mehr für die gleichen Produkte.

Und auch wenn das Zitat von Barack Obama am Anfang vielleicht für Unverständnis gesorgt hat, warum sollten Männer auch absichtlich Damenhygieneprodukte höher besteuern?, nun schließt sich der Kreis wieder. Von daher ist das Senken der Besteuerung auf 7% ein Erfolg für Gleichberechtigung und deshalb tatsächlich ein Grund zu feiern!

Hoffentlich einer von vielen, die noch folgen werden. Denn abgesehen von Produkten und Dienstleistungen verdienen in Vollzeit arbeitende Frauen in Deutschland immer noch rund 20% weniger als Männer. Zieht man zudem noch hinzu, dass in den Vorständen auch immer noch ziemlich wenig Frauen sitzen, ist dies noch ein langer, zu bestreitender Weg, den wir alle gemeinsam gehen müssen.

Denn, wenn wir es schon nicht schaffen, die Gleichberechtigung von zwei Geschlechtern zu ermöglichen, wie soll es denn dann anderen ergehen?




Zum Bericht der Antidiskriminierungsstelle über das Gender Pricing 2017:

Zum Artikel der Welt: Wo Frauen in Deutschland mehr verdienen als Männer:



 

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