• Gina Penz

Frauen in der Grevenbroicher Kommunalpolitik

Letzte Woche wurde ich von der Neuss- Grevenbroicher Zeitung angerufen und nach meiner Meinung zu Frauen in der Kommunalpolitik gefragt. In der SPD gibt es eine konsequente Regelung von 40% für das "unterrepräsentierte" Geschlecht. Insgesamt ist die Liste ziemlich ausgewogen mit weiblichen, männlichen, jüngeren und erfahrenen Kandidierenden, mit und ohne Migrationshintergrund und aus verschiedensten Lebensbereichen besetzt. Deshalb habe ich mir die anderen antretenden Parteien genauer angeschaut.

Im Rat der Stadt Grevenbroich ist noch nicht einmal jede vierte Person weiblich.

Das ist nicht nur schade, es ist ein Problem, da der Rat so seine Stadt nicht ansatzweise repräsentiert. Das ist allerdings kein Problem, welches wir nur in Grevenbroich haben. Frauen in Führungspositionen sind immernoch eine Seltenheit und gehören noch lange nicht zur Realität.

Schaut man sich die Listenplätze der Fraktionen und Wählergemeinschaften an, sieht es da leider auch in diesem Jahr nur bedingt gut aus. Bei den Plätzen, wo die Liste ziehen könnte, sind dort tendenziell keine Frauen vertreten. Das ist ein Unding und Heuchelei, wenn genau diese Parteien und Wählergemeinschaften vorgeben, dass sie ja so Frauen stärken würden! Ist eher Alibi und ist meines Erachtens noch schlimmer.

Eine Möglichkeit wäre es, wenn Parteien eine Quote einführen. Auch das finde ich persönlich schwierig, hat aber den Vorteil, dass man so die Barriere komplett auflöst und allein durch die Präsenz dafür sorgen kann, dass junge Frauen motiviert werden sich für solche Positionen in Arbeit und Freizeit zu bewerben. Dies gilt analog auch für Männer in „weiblichen“ Bereichen.

Ziel sollte und muss es sein, dafür zu sorgen, dass ein Gremium auch wirklich die Vielfalt an Menschen widerspiegelt, die es vertritt.

Und es ist kein Hexenwerk! Es geht auch darum, die traditionellen Geschlechterrollen aufzubrechen und Möglichkeiten zu schaffen, verschiedene Lebensbereiche kombinieren zu können.

Wir möchten, dass sich auch Menschen engagieren, die vielleicht in einem Alter sind, wo sie kleine Kinder haben? Dann organisieren wir doch eine Betreuung oder stellen Mittel bereit, die man abrufen könnte. Dafür haben wir eine super Expertise mehr im Rat!

Wir möchten gezielte junge Menschen einbinden oder welche, die beruflich viel unterwegs sind? Dann lassen wir sie doch digital teilnehmen.

Wir möchten, dass unsere Entscheidungen verstanden werden? Dann sprechen wir doch eine Sprache die jede*r versteht und nutzen Medien, die jede*r nutzt.

Man muss es halt nur wollen.

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